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Kreiszeitung Wesermarsch 3.1.2001 Ein Nachmittag mit vielen Leckerbissen
Michael Z. und Klaus Gutjahr sorgen für Attacken auf ZwerchfelleVon unserem Mitarbeiter Dirk Dodo Spark Seefeld. „Guten Morgen, schön, dass Sie so früh aufgestanden sind.“ Nun, es war schon
16 Uhr, doch irgendwie hatte Michael Z. durchaus recht. Immerhin schrieb man den Neujahrstag, und da war es gar nicht mal so selbstverständlich, dass die Seefelder Mühle derart gut besucht war.
Ein Wunder konnte man die hervorragende Resonanz aber auch nicht nennen. Das Angebot am ersten Tag des neuen Jahrs ist bekanntermaßen verlockend, und wenn es zudem auch noch heißt: „Die Zeit heilt alle
Wunder“, dann ist die Neugier geweckt. Michael Z., mit bürgerlichem Namen Michael Zieleniewicz, und sein Begleiter Klaus Gutjahr gönnten den gespannten Besucher tatsächlich einen wundervollen Nachmittag,
angefüllt mit musikalischen Leckerbissen, Wortwitz und Verbalakrobatik, Respektlosigkeiten und folgerichtig Attacken auf die Zwerchfelle. Zum ungeteilten Vergnügen wurde der Auftritt der beiden
Berliner auch wegen der gekonnten Mischung aus frechen Liedern und solistischen Kleinodien. Für die zeichnete Klaus Gutjahr auf seinem selbstgebauten Bandoneon verantwortlich. Kaum zu glauben, dass diesem
Akkordeon ähnlichen Instrument derartige Bravourstücke zu entlocken sind. Mit acht Jahren ist er durch seinen Vater an das vor allem den Tango beherrschenden Instrument heran geführt worden.
Inzwischen hat er sich zu einem ausgewiesenen Könner entwickelt. Wie anders wäre es möglich, auf dem Bandoneon Werke von Johann Sebastian Bach, Domico Scarlatti, natürlich auch den Tango und seinen
Vorgänger, den Milonga, mit einer solchen Souveränität zu spielen. Sprühender Sänger Hier der eher in sich versunkene Instrumentalist und daneben ein von Einfällen sprühender
Sänger und Gitarrist, immer für einen besonderen Seitenhieb gut, verschmitzt lächelnd und frei von jeder Rücksichtnahme. „Trau keinem über 30“ sei in einer Zeit des „Hauptsache jung, dynamisch und gut
gelaunt“ doch noch viel aktueller als ehemals, gab er zu bedenken. Alle über 40 seien latente Ernstfälle auf zwei Beinen, und wer über 60 werde, behaupte doch nur noch, zu leben und versaue einem die ganze
Realität. In der Ballade über Camel und Kim entlarvte Michael Z. den wahren Charakter der menschlichen Beziehungen, und bei „Deine Liebe kann nicht so wie meine Liebe sein“ erwies er sich als
ein umwerfend amüsanter Wortschöpfer und verdreher. Fast selbstverständlich, dass er auch das vergangene Jahr beziehungsweise das „Schwarze Zeitalter“ gedacht ist an die Schwarzen
Kassen aufs Korn nahm. Das Image der Politiker verschwand laut Michael Z. im Schwarzen Loch und sie selbst gehörten, als artgerechte Bestattung wie weiland Barschel, in der Badewanne ertränkt.
Starker Tobak, dabei allerdings derart humorvoll verpackt, dass es ein ungeschmälertes Vergnügen war. Daneben verstand er sich aber auch auf die leisen Töne. „Wenn ich mal nicht weiter weiß, nehm' ich mich
selbst in den Arm“, verriet er seine Art der Kummerbewältigung, um dann bei der Zugabe noch einmal in die Vollen zu gehen. Für alle Gameboys und girls biete Microsoft jetzt das ultimative
Jesus-Christus-Auferstehungsspiel an, bei dem die Player unter anderem in der dritten Runde einen Hindernisparcours zur Kreuzigung zu bewältigen haben. Für Wanderprediger sei das Ganze auch auf Laptop
lieferbar. Da konnte man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass dieser Zynismus dicht an der Realität ist. |
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Stadtland Nummer 23.1.2000 Eine überzeugende Musikalität und Sprachgewalt
Michael Z. und Klaus Gutjahr versetzen ihr Publikum in Begeisterung und ErstaunenVon Klaus Turmann Seefeld.
Der Mut des Seefelder Mühlenvereins wurde belohnt: Zum Kabarett nach dem Katerfrühstück am Nachmittag des Neujahrstages fanden sich so viele Kulturinteressierte in der Mühle ein, dass nachträglich noch Stühle aufgestellt werden mussten „Die Zeit heilt alle Wunder“ lautete der programmatische Titel eines Programms, das naturgemäß weniger Positives und Erfreuliches enthielt als kritische Anmerkungen zu allen Sphären menschlichen Zusammenlebens.
Die Wort- und Gesangspartien waren eingerahmt oder begleitet von toller Musik für die Klaus Gutjahr am seinem Bandoneon, einer großen Ziehharmonika, die Hauptverantwortung trug, ohne damit den
Anteil des Gitarrenspiels von Michael Z. schmälern zu wollen. Der Auftritt in Seefeld schien zunächst unter keinem guten Stern zu stehen, denn Gutjahr war erkältet und kaum bei Stimme und hatte
zudem sein Mobiltelefon in der Berliner U-Bahn liegen lassen. Beide hatten ihre gemeinsamen CDs zu Hause vergessen. Auch schien „Hannes Waders Fluch“ über Michael Z. zu liegen, denn er verbrachte zweimal
beträchtliche Zeit damit, sein Instrument zu stimmen. Bald verlor sich anfängliche Nervosität und die beiden Künstler überzeugten immer stärker mit ihrer Musikalität und Michael Z.s
Sprachgewalt. Ob er über den „Erdenweg“ philosophierte, den Jugendlichkeits-Wahn auf die Schippe nahm („Ein nachdenklicher Rentner im Big-Brother-Container wäre kaum ein Hit“) und die Ausgrenzung von Alter
und Schwäche kritisierte, die Texte und Lieder gingen unter die Haut. Mehrere Beiträge waren den Wechselbeziehungen von TV-Präsentation und gesellschaftlicher Realität gewidmet. Daneben gab es
Besinnliches wie „Wenn ich einmal tot bin, werde ich spuken“, dass zwar mit der Um- und Nachwelt ins Gericht geht, aber sehr per- und versöhnlich endet. Ein Charakteristikum Michael Z.s sind intelligente
Wortspiele, die haarscharf ans Absurde heranreichen. Dazu zählten der Beitrag mit Städtenamen, die Stimmungen und Befindlichkeiten wiedergeben („Ich fühl mich heut' so Bielefeld“) und Varianten des
Grundthemas „Meine Liebe, deine Liebe“. Michael Z. kann aber auch richtig derb, wie in der Anmoderation zu „Die alten Männer“, bei der er erklärte, warum Politiker niemals gleichzeitig
intelligent, mächtig und unbestechlich sein können, deutlich machte. Höhepunkte im Programm waren das Lied über des genervten Sängers Massenmord an “Geräusch erzeugenden Apparaten“ und die böse Satire über
„Windows to Heaven“, jene „virtuelle Auferstehung für game boys and girls“, in der es gilt, möglichst viele Punkte durch Vollbringung von Wundern oder das Sammeln von Jüngern zu erreichen, bis „Jesus Christ
Superchip“ sein „Kreuz über einen Hindernisparcour“ tragen muss und Madonna ihm zum Abschied einen Song darbietet. Höhepunkte in Klaus Gutjahrs Werk am Neujahrstag waren vor allem die beiden
Barock-Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Domenico Scarlatti, bei denen das Bandoneon als Miniatur-Kirchenorgel eigenen Klanges begeisterte. Doch auch die solistisch und mit Gitarrenbegleitung
dargebotenen „Milonga“, ein Vorläufer des Tango, und der Tango „ Si Soy Asi“ versetzten das Publikum in eine Mischung aus Begeisterung und Erstaunen. Mehrere Zugaben und das Versprechen (mit CDs)
wiederzukormnen, waren erforderlich, bevor Klaus Gutjahr und Michael Z. ihren Seefelder Auftritt beenden durften. |
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Tagesspiegel 24.3.2001 Revoluzzer-Tango Die feine, fast schon kuriose Fusion funktioniert seit geraumer Zeit: Der
Bandoneon-Virtuose Michael Gutjahr trifft auf den furiosen Gitarristen Michael Z. Dieser, ein Urgestein der Berliner Liedermacherszene, der ein gut Teil 68erRomantik herüberrettete. Dazu gehört freilich der
desillusionierte Blick zurück, wie er im Programmtitel steht: "Die Zeit heilt alle Wunder". Das mag rühren oder amüsieren für große Kleinkunstmomente sorgt zweifellos das weder vor Tango noch
vor Bach zurückschreckende Zusammenspiel. 20.30 Uhr: Checkpoint, Mitte, Leipziger Str. 55, Tel.: 208 29 95 |
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Westfalenblatt Nr. 27 Mittwoch, 2. Februar 2000
Musikkabarett im Buschkampkeller Echte Berliner misstrauen jedem B i e l e f e l d S e n n e (mcs). „Legen wir unseren Erdenweg auf dem Holzweg oder auf dem Laufsteg zurück? Gibt es wahre Romantik und echte Gefühle nur noch
im Fernsehen? Lässt sich eine moderne Zweierbeziehung auf die Markennamen unnötiger Luxusartikel reduzieren, die missbraucht werden, um beim Gegenüber damit Eindruck zu schinden?“ Auf diese und alle anderen
Fragen, die man sich normalerweise im Alltag nie zu stellen wagt, wussten die Berliner Kleinkunst-Musikkabarettisten Klaus Gutjahr und Michael Z. eine schelmische und tiefgründige Antwort im Rahmen ihres
Programmes „Die Zeit heilt alle Wunder“, das die Saison 2000 der Reihe „Kleinkunst im Buschkampkeller“ mit großem Erfolg und einer durchweg positiven Resonanz eröffnete.Chansons und Bandoneon-Klänge
Vor Beginn des etwa zweistündigen Programmes waren die Besucher teilweise sehr verwirrt und irritiert, weil sie nicht so richtig schlau wurden aus der Vorankündigung und den Plakaten, die auf
die anstehende Kleinkunstveranstaltung hinwiesen: Von Chansons war hier die Rede, von Bandoneonmusik insbesondere südamerikanischen Tangos und von Texteinlagen und Kabarett. Wie aber sollte dies
alles zu einem harmonischen Programm unter einen Hut gebracht werden? Gutjahr und Z. taten ihr Möglichstes, um gerade dieses zu verhindern. Ihre Darbietung lebt nämlich von Gegensätzen. In
gewisser Weise als Ouvertüre begrüßten die beiden Künstler ihre etwa 60 interessierten Gäste mit einem Instrumentalstück präsentiert auf Gitarre und Bandoneon. Bei virtuosen, expressiven Bandoneonklängen und
professioneller Konzert bzw. Rhythmusgitarren-Spielweise konnten die Zuschauer erahnen, dass sie wahre Meister ihres Faches vor sich hatten. Tief empfunden, voller dunkelster Traurigkeit erschloss sich
gleich beim ersten Tango die absolut einmalige, prickelnde Tangoatmosphäre, vergleichbar mit dem verbotenen „Spiel mit dem Feuer unerfüllter Sehnsucht“. In einem ersten Texteinwurf setzte sich
Michael Z. mit der Jahrtausendwende auseinander. Diese habe man ja sowieso nur in Berlin richtig erleben können. Michael Z.: „Wir Berliner sind nicht etwa arrogant oder elitär, aber wir misstrauen allem und
jedem!“ Im Prinzip seien für Berliner nur die Berliner selbst wirklich wichtig. In „Wenn ich mal tot bin, werd ich spuken“ nahm Michael Z., dessen Karriere 1968 als Schlagzeuger in einer Beat-Band begann,
das Leben nach dem Tod aufs Korn. Bei seiner Odyssee zum Abrechnen mit unserer Gegenwart kommt es hierbei immer wieder zu Problemen. So wird „Geist Z“ immer wieder von Satelliten angerempelt und von Kometen
aus der Bahn geworfen, während er als Rachegeist mit Lichtgeschwindigkeit über das Firmament hinweg rast. Solopassagen begeisterten Neben diesen Chansons, die teilweise nur voll der
Gitarre begeleitet wurden, konnte auch Klaus Gutjahr, gebürtig aus Sachsen-Anhalt, in einigen Solopassagen für sein Bandoneon begeistern. Er brachte auf seinem selbstgebauten Instrument unter anderem eine
Sonata von ScarIatti und Musik aus der Oper Carmen zu Gehör. MALTE SAMTENSCHNIEDER |
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BERLINER MORGENPOSTSEITE 34 FREITAG, 26. FEBRUAR 1999 Sofort gefunkt Kleinkunst im Doppelpack: Z. & GutjahrDer eine ist seit mehr als 20
Jahren Satiriker und Kabarettist, der andere einer der versiertesten Bandoneon-Virtuosen Deutschlands. Schon vor etlichen Jahren liefen sich die beiden auf der Berliner Folkclub-Piste über den Weg und
erarbeiteten ein gemeinsames, 1982 auf der LP „Ich möcht' so gerne böse sein“ festgehaltenes Programm. Doch dann trennten sich die Wege von Michael Z., dem wortgewandten Texter, Sänger und Gitarristen, und
Klaus Gutjahr, dem Musiker und Instrumentenbauer. Im vergangenen Jahr nun hat das ungewöhnliche Gespann wieder zusammengefunden. Und gestern abend feierten Michael Z. und Klaus Gutjahr mit ihrem neuen
Programm „Die Zeit heilt alle Wunder“ Premiere im Galerie-Theater Tres in Wilmersdorf, wo sie nun immer donnerstags bis sonnabends zu erleben sein werden. Obwohl die beiden Kleinkunst-Entertainer so lange
auseinander waren, hat es, so Michael Z., „sofort wieder gefunkt“. „Die Zeit heilt alle Wunder“ ist eine abwechslungsreiche Mischung aus Kabarett und Satire, schwarzem Humor und literarischem Chanson,
leidenschaftlichen Tangos und klassischen Perlen von Bach und Scarlatti, mit zwei Interpreten, die sich auf der Bühne vorzüglich ergänzen. Klaus Gutjahr spielt seit seinem achten Lebensjahr Bandoneon, ist
Musiklehrer und Instrumentbauer, der ausschließlich auf selbst gebauten Bandoneons spielt. Er gehörte zu Ensembles von Klaus Hoffmann, Erika Pluhar und Hannes Wader und leitet seine eigene Formation Tango
Futur. Michael Z. war in den sechziger Jahren Schlagzeuger in einer Berliner Beatband, bevor er wie so viele Kollegen angespornt durch Tucholsky und Kästner zum Gitarristen und Liedermacher
umschwenkte. Neben mehreren Soloprogrammen und Platteneinspielungen, darunter „Nur zur Verteidigung“ mit der Rockband Lake, gehörte er auch zu mehreren Kabarettensembles. pem |
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SEITE 30 / DER TAGESSPIEGELNr. 16 632 / FREITAG, 12. MÄRZ 1999 KABARETT Kleines Wunder Willkommen zum Abend der lustigen Abziehbilder: Aufgetaucht aus jener
Zeit, da die Gesinnung eines Menschen problemlos am Äußeren abgelesen werden konnte, steht ein Biermann-Schnäuzer mit Böll-Baskenmütze auf der kleinen Bühne des Theaters in der Galerie und haut in die
Saiten. Sein Name ist Michael Z., und er macht seine Sache gut. Schafft sich volle Pulle beim gemeinsamen Tango-Opening mit dem Bandoneon-Virtuosen Klaus Gutjahr. Der trägt zusätzliches Haar ums Kinn,
signalisiert mit rotem Hemd und schwarzer Hose hispanophiles Temperament. Auf sein Konto gehen die schönsten musikalischen Momente. Darüber hinaus gilt der Programmtitel: „Die Zeit heilt alle Wunder“ (bis
zum 1.5. donnerstags bis sonnabends, 20 Uhr 30). Ausgerechnet! Auch so ein klammheimlich vorsichhin-heilendes Wunder: das der sinnvoll-klassenkämpferischen Demonstration. Der unheilbare Wunder-Knabe Z.
hängt, in Prosa und seltsam geläufigen Versen, pazifistischen Träumen nach, geißelt General, Polizist und als wär's ein Stück von Degenhardt „die alten Männer“ mit „Verantwortung und Schlips“. Beklagt
die wunderfrei nivellierte Gegenwartszone, da sich „Camel und Kim“ über ihre Konsumhaltung definieren: „Kontaktlinse von Rodenstock sieht knitterfreien Lederrock.“ Sprichtsingt freundlichtraurig ins
Monstermikro, das vielleicht schon 1968, beim Liedermacherfestival auf Burg Waldeck seinen Dienst verrichtete. Der Polit-Gitarrero, wie gesagt, macht seine Sache gut, verdient, im Doppelpack mit Gutjahr, das
Prädikat „Schützenswertes Kulturgut“. NORBERT TEFELSKI |
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Neues DeutschlandDonnerstag, 25. Februar 1999 Bandoneon und Kabarett „Die Zeit heilt alle Wunder“ in CharlottenburgVon Uri Schön Wenn
ein Kabarettist und ein Bandoneonspieler auf der Bühne fusionieren wie in dem Programm „Die Zeit heilt alle Wunder“, so kann das Ergebnis schon bemerkenswert sein. Der Kabarettist und Liedermacher Michael Z.
stellt seine neuen Lieder und Texte vor. Er trägt eine Baskenmütze, einen kleinen Schnauzer und seine Gitarre. Der Bandoneonspieler Klaus Gutjahr ist in Rot und Schwarz gekleidet und behauptet von sich, der
einzige Bandoneonbauer der Welt zu sein. Im Klartext bedeutet das, er spielt das Instrument nicht nur virtuos, er baut es auch selbst, und das geschieht in Prenzlauer Berg. Zur Zeit brütet er über neuen
computergesteuerten Fertigungsprogrammen für sein geliebtes Instrument. Auch eine Bandoneonschule hat er sich einfallen lassen. Und wenn sich Bundespräsident Roman Herzog demnächst auf eine Reise nach
Argentinien begibt, ist in seinem Gepäck ein wunderschönes Geschenk: ein Bandoneon, gebaut von Klaus Gutjahr. Im Musikgeschäft ist Gutjahr schon geraume Zeit. Er arbeitete mit Hannes Wader, Wolf Biermann,
Klaus Hoffmann, EvaMaria Hagen und Erika Pluhar zusammen. Frank Castorf holte ihn für „Die Sache Dantons“ an die Volksbühne am RosaLuxemburgPlatz. Seine Zusammenarbeit mit Michael Z. begann auch bereits
1979, aus der eine Langspielplatte mit dem Titel „Ich möchte so gern böse sein“ hervorging. Nun stellt dieses quicklebendige und kreative Duo ein musikalisches Ereignis der besonderen Art vor. Chanson,
Kabarett und die Texte von Michael Z. kontrastieren mit der Tango und Barockmusik des Bandoneons. Die beiden Künstler haben sich ein temperamentvolles Programm für das „Theater in der Galerie“ in
Charlottenburg einfallen lassen und laden dazu über zehn Wochen in die Pariser Straße ein. Sie bieten dem Publikum satirische Szenen und Kommentare zum Zeitgeschehen mit Kompositionen von Bach und Scarlatti
sowie leidenschaftliche Tangos. |
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Elbe-Jeetzel-ZeitungDonnerstag, 20. Mai 1999
Michael Z. und Klaus Gutjahr in Bausen Kabarettistischer Chansonabend Bissige Chansons und Bandoneonspiel pw Bausen. Was die Berliner Michael Z. und Klaus Gutjahr stört, ist, daß meist
entweder die kabarettistischen und satirischen Fähigkeiten des einen oder das hervorragende Bandoneonspiel des anderen getrennt voneinander hervorgehoben werden. Dabei ist das Besondere an ihrem neuen
Programm „Die Zeit heilt alle Wunder“ doch gerade die Verbindung dieser verschiedenen künstlerischen Stilarten. Die Musik des Bandoneons kommentiert den Text und trägt gleichwertig zu seinem Verständnis bei.
Entstanden ist so ein kabarettistischer Chansonabend, der mit gefühlvollen Barockstücken und mitreißenden Tangos komplettiert wird. Davon konnte sich das zahlreiche Publikum am Dienstag im
Bausener Tagungshaus überzeugen. Auf den gelungenen Einstieg mit einem Tango, der übersetzt „Der Maiskolben“ heißt, folgen bissige Chansons wie „Traue keinem über 30“. Das sei nicht mehr der Leitsatz der
heranwachsenden Generation, sondern der des Bundesgesundheitsministeriums: Denn jeder über 30 könne „spontan und konspirativ erkranken“. Die über 40 seien ein „Restrisiko“, alle über 60 „vaterlandslose
Gesellen“, die den Staat bedrohten. Aber nicht nur die politische Gegenwart wird zur genau beobachteten Zielscheibe, die für jeden wiederzuerkennen ist, sondern auch die Konsumgesellschaft oder die
Trostlosigkeit des Alltags, in dem nur noch das Leben im Fernseher „bunt“ ist. „Zuviel nicht gelebte Zeit“ eben. So geht es weiter, die Zuhörer werden in das Programm mit eingebunden und rufen schließlich
bereitwillig das von Michael Z. und Klaus Gutjahr gefundene Trostwort „Ey“ (alles nicht so schlimm) im Chor. Nicht nur das Publikum, auch einige Bausener wissen den hohen Besuch offensichtlich zu würdigen
und unterstützen auf ihre Art das Programm: Gerade, als Michael Z. verkündet, er „sehe schwarz“, erscheint hinter ihm vor der großen Glastür wie aufs Stichwort „Roland“, der schwarze Nachbarshund.
Zwischendurch spielt Klaus Gutjahr Instrumentalstücke auf dem selbstgebauten Bandoneon. Wie er erläutert, kam das Bandoneon um 1870 nach Buenos Aires und hat den Tango maßgeblich beeinflußt. Aber auch
Kompositionen von Johann Sebastian Bach spielt Gutjahr mit begeisternder Virtuosität. Die Künstler kennen sich seit 20 Jahren, haben schon 1982 eine gemeinsame LP aufgenommen und sind seit jener
Zeit gut befreundet. Beide sind überzeugt, daß ohne diese Freundschaft das Projekt nicht durchzuführen gewesen wäre, da die Verbindung der unterschiedlichen Elemente praktisch „unter Schweiß und Tränen“
erarbeitet werden mußte und das ohne die gegenseitige Wertschätzung kaum möglich gewesen wäre. So aber ist ein faszinierendes und gelungenes Programm zustande gekommen, das vom Publikum gut aufgenommen wurde.
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Berliner Zeitung 26.10.2001TAGESTIPP K A B A R E T T Die Zeit heilt alle Wunder Ein spitzzüngiger Chansonier und Kabarettist und ein virtuoser
Bandoneonist gestalten gemeinsam einen Abend. Was passiert? Es entsteht ein Programm voll mitreißender Musik, überraschenden Pointen und treffsicheren Chansons: Michael Z. (Gesang und Gitarre) und Klaus
Gutjahr (Bandoneon) mit Liedern, Kabarett, Tango und Barockmusik, sowie satirischen Szenen und Kommentaren zum Zeitgeschehen. Die abwechslungsreiche Show führt zu einer termporeichen Achterbahnfahrt zu den
unterschiedlichen Orten, Menschen und Gefühlen. |
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Zitty 2.+ 3. 2001 Kabarett Die Zeit heilt alle Wunder: Kleinkunst in großer Bandbreite kommt heraus, wenn sich ein Kabarettist und Chansonnier und ein Bandoneon-Virtuose zusammentun. In ihrem Gemeinschaftsprogramm
verbinden MichaeI Z. (Gesang und Gitarre) und Klaus Gutjahr (Bandoneon) Chansons mit satirischen Szenen, Tangos mit Barockmusik. All-in-One für alle, die sich schwer entscheiden können.
Checkpoint am SpitteImarkt, 20.30 |
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Berliner Morgenpost 26.10.2001BERLINER KULTURTIPPS Der Bandoneonspieler und der Kabarettist Sie haben sich gesucht und gefunden und ergänzen
sich bestens. Der Berliner Satiriker und Chansonautor Michael Z. und der Bandoneon-Virtuose Klaus Gutjahr präsentieren heute ihr Programm „Die Zeit heilt alle Wunder“ im Checkpoint am Spittelmarkt. Dabei
verbinden die beiden Lieder, Kabarett. Tango und Barockmusik zu einer höchst unterhaltsamen Mixtur, in der satirische Szenen und Kommentare zum Zeitgeschehen ebenso ihren Platz finden wie instrumentale
Bandoneon-Höhenflüge. |
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... und zum Schluß noch eine journalistische Kostbarkeit: |
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Oranienburger Generalanzeiger Jahrgang 11 Nr. 200 Dienstag, 29. August 2000
„Die Zeit heilt alle Wunden“
Die Kabarettisten Michael Z. und Klaus Gutjahr verabschiedeten am Sonntag zwei Ausstellungen im Veltener Ofenmuseum Von Nicole Scharmer VELTEN Mit Satire und Poesie verabschiedeten Michael Z. und
Klaus Gutjahr mit einem Kabarettprogramm „Die Zeit heilt alle Wunden“ am Sonntag die zwei Sonderausstellungen „Keramik der fünfziger Jahre“ und „Ofenkünstler-Künstleröfen“ im Veltener Ofenmuseum. In ihren
Liedern beschäftigen sich die Kabarettisten mit dem Gesellschaftsleben, der Realität und der Politik. Sie setzten sich aber auch mit der Frage „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ auseinander. Dazu schrieben
sie das Lied „Wenn ich mal Tod bin, werd ich spuken“. Das insgesamt rund einstündige Programm inklusive einiger Zugaben war abwechslungsreich gestaltet, denn die Musik bewegte sich von der Milonge, dem
Tango über die Klassik bis zum Schlager. Michael Z. führte das Publikum mit Gesang, Gitarrenmusik, Satire und Humor durch das Programm. Klaus Gutjahr, der auf einem Bandoneon einem Akkordeonähnlichen
Instrument spielte, zog das Publikum mit dem Klang des Instrumentes in den Bann. Seit zwei Jahren arbeiten die Musiker, die sich schon seit der Studienzeit kennen, zusammen. Gutjahr lernte das
Bandoneon spielten in der Kindheit von seinem Vater. Nach seinem Musikstudium ging er für mehrere Jahre nach Amerika, um den Tango intensiver zu analysieren. Nun spielt er mit Michael Z. zusammen oder
arbeitet als Solist. Er baut das Instrument aber auch selbst und lehrt das Spielen. |
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